Seit wann gibt es Kopfbedeckungen?

Es lässt sich nicht genau sagen, welche Kopfbedeckung die älteste ist. Seit tausenden von Jahren gibt es in den verschiedensten Kulturen Kappen, Hauben und Hüte. Wahrscheinlich ist der Sonnenschutz (”sobra” Schatten) der Bauern, ein einfacher Strohhut (Sombrero), die erste Kopfbedeckung. In unserem Lexikon kannst du die Vielfalt der Mützen und Hütte erkunden.

Sind Kopfbedeckungen immer nur Schnickschnack?

Nein, viele Mützen schützen uns vor Witterung, etwa vor Kälte, Wind und Sonne, Helme schützten die Ritter im Duell und heute bewahren sie den schnellen Fahrradkurieren einen kühlen Kopf im Großstadtgetümmel. Kopfbedeckungen sind Signale für unsere Verhaltensformen. Sie zeigen kulturelle und gesellschaftliche Zugehörigkeiten und sind Symbole staatlicher, kirchlicher oder akademischer Würde. Wo die Krone auf dem Haupt des Königs trohnte, sitzt heute lässig ein 5-Panel-Cap bei Hipstern, ein Truckercap mit Bandname bei Rockern oder ein fettes Basecap bei Rappern. Aus vielen Subkulturen ist das Cap nicht mehr wegzudenken. Wo Mützen einst schützenden Funktionen übernahmen, setzen sie heute zeichenhaft ein Statement.

Was ist “ein hoher Hut”?

Den schwarzen zylinderförmigen Hut mit fester Krempe kennen wir auch als Zylinder. Spannend ist die Entwicklung seiner Bedeutung. An den ersten Börsen in England wurde der Zylinder zum Zeichen positiver Gewinne stolz getragen. Während der französischen Revolution symbolisierte der Hut Durchsetzungsvermögen, starken Willen und Macht und wurde so zum Symbol der Aufständigen. Im deutschen Biedermeier war der Zylinder stolzer Kopfschmuck aller Bürger und Kleinbürger. Zylinder werden heute selten getragen, meist in Verbindung mit einem Frack. Sie gehören aber unbedingt zum Outfit von Dressurreitern und Zauberern.

Bis du eine Schlafmütze?

Die Mütze aus Baumwolle galt in der Romantik als Sinnbild der Freiheit und des Glückes im kleinen Winkel. Der verschlafene Kleinbürger trug in Darstellungen eine Schlafmütze als Zeichen seiner Isolation. Die Bedeutung veränderte sich zum alternativen, aufständischen Baumwollzipfel, als Symbol für Idealisten und Dichter.

Oder bist du eine Sportskannone?

Zu jeder Sportart gibt es die passende Kopfbedeckung. Angler tragen stolz eine Helmut-Schmidt-Mütze, in der Sauna sind Filzkappen angesagt und auf dem Tennisplatz weiße Basecaps. Sobald wir die Badekappe, Sturmhaube, das Cycle-Cap und den Cowboy-Hut außerhalb ihrer Kontexte tragen, setzen wir ein individuelles Statement: “Ich bin voll der krasse Fahrradtyp, hab aber mein ultra heißes Rad leider grad nicht dabei.”

Wie ist das mit Basecaps?

Baseballcaps sind keine reine Sportbekleidung. Sie wurden in den 80zigern von amerikanischen Straßengangs entdeckt. Seitdem wurden sie zum Symbol für Rap und Hip Hop. Das Peak wird nach hinten getragen! Die Uniformen der Subkulturen werden gerade richtig aufgemischt, Rapper tragen jetzt auch Skinny Jeans und 5-Panel-Caps mit Blumenmuster.

Seit wann gibt es Basecaps?

Strohhüte wurden nicht nur von Bauern auf dem Feld und von edlen Damen, die sich zum Kaffeeklatsch verabredeten, getragen. Strohhüte wurden auch von Baseball-Spieler getragen. Am 24. April 1849 tragen die Spieler des Baseballclubs New York Yankees anstatt der Strohüte erstmals Hemispherical Hats - das ist der Geburtstag des Basecaps. Diese Kappen sind aus Baumwolldreicken zusammen genäht und in der Mitte mit einem Knopf verbunden - also ein Basecap ohne Schirm. Das Cap entsteht wenig später. Für das Sonnenschild werden gleich drei Namen erfunden:  Brim, Bill und Peak. Das Baseballteam St. Louis Browns hatte die revolutionäre Idee, Cap und Peak in unterschiedlichen Farben zu tragen. Spätestens seit die New Era Cap Company die 59fifty vorgestellt hat, kennen wir das Basecap, das jeder von uns jetzt vor Augen hat: sechs Dreiecke aus Baumwolle, mit einem Schild, das mit Pappe oder Plaste verstärkt wird. Noch cooler ist das “flat brimmedIn” mit dem ganz flachen großen Schirm. In den 80zigern wurden die “Gimme-Caps”, auch Trucker Cap erfunden. Unter dem Netz kommt man selbst im Sonner nicht mehr ins Schwitzen.

Eine Mütze für alle?

Jeder von uns hat natürlich seinen eigenen Kopf - die üblichen Kopfgrößen variieren zwischen 52cm und 63cm. Hüte untscheiden sich von Mützen durch ihre feste Form. Für jede Kopfgröße gibt’s im Hutladen deshalb die richtige Hutgröße. Mützen sind ohnehin flexibel, aber schlaue Köpfe haben auch noch verschiedene Verstellmechnismen erfunden. Ihr kennt sicher den Plastikverschluss mit runden Noppen - das Snapback. Damit passt das Cap auf wirklich jeden Kopf. Caps ohne Verschluss haben meist ein Flexfit eingenäht - dieses elastische Band ermöglicht höchsten Tragekomfort bei einem minimalistischem Look.

Wieso haben alle Aufkleber auf den Caps?

Seitdem die Stars zu busy sind, die Labelaufkleber zu entfernen, ist der Boxfresh-Trend geboren. Du zeigst damit, dass du jeden Tag ein brandneues Cap trägst.


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