Handstand statt Anstand


Ein Handstand ist kinderleicht? Von wegen. Er erfordert Sensibilität, er verlangt ein Bewusstsein über deinen Körper. Für einen Handstand stehst du im Gleichgewicht. Du kannst umkippen, du kannst dich verletzen - aber das Risiko gehst du ein.

Ein Handstand ist kein Kopfstand,

doch die Welt steht Kopf.

 

Du holst Schwung, du nimmst Anlauf, du stehst voller Spann-ung in der Luft. Du hast Freude an deinen Bewegungen, du spürst Funktionslust. Für einen Handstand brauchst du das volle Bewusstsein.

Ein Handstand ist das gezielte Innehalten

auf dem Höhepunkt.

In diesem Moment spürst du deinen Körper und spürst deine Umwelt besonders.

 

Für uns verkörpert ein Handstand eine ästhetische Präsenz - während Anstand den verstehbaren Sinn ausdrückt.

Anstand ist eine tradierte gesellschaftliche Konvention. Individuelle Eigenheiten werden zugunsten eines gegenseitigen Übereinkommens unterdrückt. Der hat aber Manieren! Benimm dich! Was sollen die Anderen nur über dich denken? Hast du eine gute Erziehung genossen?

 

Etikette, Usus, Gepflogenheit, Sitte, Aufmerksamkeit, Höflichkeit, Tugend, Schicklichkeit, Geflogenheit, Moral, Manieren, Benehmen

 

Es ist üblich, anständig zu sein.


Spätestens wenn du bis hier hin gelesen hast,

gehörst du nicht zu den Üblichen!